Wir haben uns in unserem Projekt überlegt, wie man Flugzeuge in Zukunft zuverlässig vor gefährdenden Partikeln warnen und schützen kann. Nach einer aktuellen Bestandsaufnahme haben wir hierzu mithilfe eigener Messungen und Recherchen einen Vorschlag für ein Flughafenmessnetz entwickelt.
An jedem deutschen Flughafen gibt es bereits eine Wettermessstation. Wir haben in einem Interview mit einem Piloten herausgefunden, dass auf den Flugfeldern neben den Startbahnen etwa 10 meteorologische Messgrößen regelmäßig bestimmt werden. Ein Messgerät für Partikel gibt es selten, und Messpunkte für Radioaktivität werden vom Bundesamt für Strahlenschutz meist nicht an Flughäfen betrieben. In der letzten Zeit sind durch Partikel verursacht jedoch schon Flugverbote erlassen worden. Gefährdender Feinstaub ist zum Beispiel durch Vulkanausbrüche auf Island (Eyjafjallajökull, 2010 und Grimsvötn, 2011) und durch den Reaktorunfall in Japan (Fukushima, 2011) in die Atmosphäre gelangt. Leider konnte in beiden Fällen niemand exakt sagen, wie sich die Partikelwolken mit dem Wind verteilen. Dies ist aber wichtig für den Flugverkehr, da sich daraus direkte Gefahren für die Flugsicherheit und auch die Gesundheit ergeben. Auch wirtschaftliche Folgen sind zu bedenken.
Mit unseren ersten Untersuchungen und Recherchen können wir verschiedene Möglichkeiten für den Aufbau eines hierfür hilfreichen Messnetzes diskutieren. Messungen am Boden oder in der Luft liefern verschiedene Aussagen und sind unterschiedlich einfach durchzuführen. Beide haben Vor- und Nachteile, die wir nennen konnten. Vulkanasche kann bei hohen Konzentrationen im Niederschlag am Boden mit einem normalen Mikroskop oder durch eine Anreicherung in einem Luftfilter mit einem Rastertunnelmikroskop untersucht werden. Eventuell konnten wir selbst Aschepartikel des Grimsvötn unter dem Mikroskop sehen. Eine radarähnliche Apparatur zu Messungen in Wolken wird zurzeit in einem Projekt in Jülich erprobt. Messungen zur Radioaktivität haben wir gleich nach nach dem Reaktorunfall in Japan direkt in der Oldenburger Luft und am Boden durchgeführt. Wir konnten - wie auch eine Partnerschule in Gießen (Hessen) - keine Erhöhung der natürlichen Radioaktivität in den letzten knapp 3 Monaten feststellen.
Unsere Empfehlung ist es, ein Messnetz an den größten Flughäfen aufzubauen. Mit einfachen Methoden (Mikroskop und Geiger-Müller-Zählrohr aus der Schule) lassen sich erhöhte Konzentrationen prinzipiell feststellen, jedoch müsste man für genauere Untersuchungen sehr moderne Geräte verwenden. Vor allem bei Niederschlägen können die Partikel besonders gut gemessen werden und so Gefährdungen für Piloten, Passagiere, Flughafenmitarbeiter und Anwohner abgewendet werden. Ein weiterer Punkt ist der Transport von Partikeln auf der Ummantelung der Flugzeuge. Einfache Messgeräte sollten also auch auf dem Flugfeld zum Einsatz kommen. Schwierigkeiten ergeben sich mit unserem Vorschlag für die Messung direkt während des Fluges. Auch dafür sollte man geeigente Methoden entwickeln, wie es bereits mit dem Projekt in Jülich im Gang ist.
Wir selbst werden unsere Radioaktivitätsmessungen parallel zur Gießener Schule noch bis zu den Sommerferien fortsetzen. Erst vor etwa anderthalb Monaten berichtete nämlich die Nordwest-Zeitung, dass Forscher an der Universität Oldenburg das für Reaktorunfälle typische radioaktive Isotop Iod-131 (http://www.nwzonline.de/Region/Artikel/2577062/Jodwerte-werden-nicht-nennenswert-steigen.html: Jodwerte werden nicht nennenswert steigen, Abruf vom 18. April 2011) in sehr geringen Spuren in der Luft nachgewiesen haben. Außerdem sind weitere Vulkanausbrüche und Reaktorunfälle auch in Zukunft möglich.